Archiv für Januar 2012

Kiffen, Prügeln, Extremismus

Ich war teilweise anderer Meinung“ – Meint der Blog der Elternarbeit des Gymnasium Grimmens.

Es wird auf HÖCHST seröser Ebene zu verstehen gegeben, was man tun muss, wenn sich das eigene Kind mit dubiosen Freunden einlässt, die beispielsweise extremistisch (sogar in Grimmen) sind, prügeln und man glaubt es kaum: KIFFEN!

Dabei beruft sich der Blog auf die höchstseriöse Internet-News-Seite von T-online.


PS: wir hätten da noch was in Sachen Seriosität

/MAX

Audiolith macht das Unmögliche möglich

Eine Kleinstadt in Sachsen mit 25000 Einwohnern, davon viele Stumme Menschen und Tolerante Nazis und einer politischen Verwaltung, die in ihrer Stadt keine Nazis sieht. Oder einfach Limbach-Oberfrohna. Was der Bürgermeister in dieser Stadt nicht sieht, kann man als Außenstehender ganz leicht im Netz nachforschen. Denn in sämtlichen Suchmaschinen wird Limbach-Oberfrohna automatisch im Zusammenhang mit „Nazis“ vorgeschlagen und es gibt neben dem Ausflug eines Autos in das Kirchendach auch einige Berichte, die sich mit dem rechten Problem der Kleinstadt in der Nähe von Chemnitz auseinandersetzen. Alternativen Konzerten kann man dort keine Sicherheit gewährleisten, da diese Szene in Limbach-Oberfrohna kaum vorhanden ist und jederzeit mit Übergriffen von FaschistInnen gerechnet werden muss. Aus diesem Grund veranstaltete das Label Audiolith in dem Jugendhaus Rußdorf ein Konzert mit Feine Sahne Fischfilet, Supershirt und Egotronic…
So eine Kombination wollten sich ein paar Leute aus Vorpommern nicht entgehen lassen und so zeigte man Solidarität mit der Antifascist Action aus einem anderen Hinterland und fuhr mit 13 Menschen nach Sachsen. Pünktlich um 12 Uhr sollte es aus Stralsund losgehen und das Konzert sollte irgendwann pünktlich um 19 Uhr beginnen. Doch weder der Veranstalter noch wir hatten es an diesem Tag mit der Pünktlichkeit. So machten wir uns mit ein wenig Verspätung auf den Weg und fuhren durch Die langweiligsten Orte der Welt. In Limbach angekommen steuerten wir der Distel im Beton entgegen und am Eingang fiel einem der günstige Eintritt von 8 Euro in die Augen. Offensichtlich verzichtet man in Sachsen auf die sonst üblichen 8000 Mark.
Beim Eintreten ins Jugendhaus war der Saal kaum gefüllt und man hatte das Gefühl, dass die Hälfte der anwesenden Menschen aus Vorpommern kam. Dies änderte sich jedoch schnell und der Raum war recht gut gefüllt. Zur Bespaßung hatte irgendwer ein Luftballon mitgebracht und so wurde das Warten auf die erste Band verkürzt.
Um 20 Uhr ging das Raven gegen Deutschland (oder in dem Fall das Punken mit Trompete gegen Deutschland) endlich los. Feine Sahne Fischfilet betrat die Bühne und für einen Teil der KonzertbesucherInnen gabs nun No Limit mehr. Allerdings erwies sich die Bühne für die Kapelle als zu klein und so tanzte Monchi vor der Bühne rum. Leider machte es sich bemerkbar, dass Feine Sahne die erste und wohl unbekannteste Band an diesem Abend war. Aber zum Glück waren nicht Nur Raver anwesend, sondern auch ein paar tanzwillige Menschen, die dem Auftritt trotzdem einen würdigen Rahmen verliehen. Einen Vorteil hatte der Freiraum vor der Bühne trotzdem. Ich hab endlich mein langersehntes „Solo“ bekommen, wobei mir vom Mikro fast die Zähne ausgeschlagen wurden.
Bemerkenswert war, dass Monchi nicht auf das Ende vom Auftritt seiner Band wartete, sondern sich mitten im letzten Lied zum Merchandise verabschiedete und den Part des ersten Sängers jemand aus dem Publikum übernehmen musste.
In der Pause musste ich mir dann anhören, wie sehr ich stinke und sagte mir Was soll’s und zog meine Wechselsachen schon nach der ersten Band an. Dadurch verpasste ich leider den Anfang von Supershirt und als ich wieder im Jugendhaus ankam, hatte sich die Stimmung schon deutlich verbessert.
Nach Supershirt war dann Egotronic an der Reihe und sorgte mit noch Mehr Bass für noch mehr Stimmung und Torsun präsentierte sich in bester Hetzstimmung und ließ sich später noch dazu hinreißen Die Ärzte zu covern. Kurz vor 24 Uhr war das Konzert dann beendet und das Licht ging an, denn Es muss stets hell für Gottes Auge sein.
Für uns viel die offizielle Afterhour flach, denn wir machten uns sofort wieder auf den Weg nach Vorpommern. Allerdings gabs angeblich im Transporter noch eine sogenannte Miet-Auto Afterhour Party gegen Deutschland! Jedoch verging die Rückfahrt für die meisten wie im Schlaf und wurden erst wieder von dem Geruch de Küste geweckt.
Was bleibt von dem Abend? Ich persönlich bin Komplett im Arsch und kann sagen, dass es ein insgesamt cooler Abend war. Ein cooler Abend mit Leuten, die Die richtige Einstellung an den Tag legten und das sächsische Hinterland zum Brennen brachten. Bleibt zu hoffen, dass dieser Abend den Menschen in Limbach-Oberfrohna Mut gemacht hat und sie sich in Zukunft vielleicht nicht mehr ganz so Allein durch ihre Stadt bewegen müssen…

/Moritz

Das geht Ja(hr) gut los…

Ein neues Jahr beginnt, das alte lassen wir mehr oder weniger glücklich hinter uns. Wenn das neue Jahr so wird, wie der erste Tag, dann sollte ich wohl in Zukunft besser auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten…
Am Neujahrsmorgen wachte ich zusammen mit drei anderen Menschen in der Wohnung eines Freundes auf, der allerdings woanders nächtigte. Es war so ziemlich irgendwas mit 11 Uhr und zwei von uns sollten bald abgeholt werden, während einer gleich in Rostock blieb und ich einsam mit dem Zug in Richtung Hinterland fahren wollte. Doch kurz nach dem Aufwachen bimmelte ein Handy und für mich wurde plötzlich ein Platz im Auto frei, da einer der anderen beiden kurzfristig eine bessere Mitfahrgelegenheit bekommen hatte. Dieser verabschiedete sich rasch und wir waren nur noch zu dritt in der Wohnung. Zwei Geister die Richtung Stralsund wollten und eben jener, der gleich die ganze Woche in der Hansastadt verbringen wollte.
Die anderen beiden fanden in der Wohnung dann den Flyer eines Pizzalieferanten und diskutierten herzhaft darüber welche Pizza geliefert werden soll. Nach endlosen Diskusionen wurde dann endlich eine Pizza bestellt und geliefert.
Irgendwann kam dann auch unser Fahrer und über dem Kopf meiner Begleitung bis Stralsund entstanden große, dicke Fragezeichen. Angeblich hat sie mir den ganzen Vormittag über gesagt, ich solle doch unserem Fahrer Bescheid geben, dass er uns nicht abholen brauch, da wir nun doch mit dem Zug fahren wollten. Da meine Ohren aber scheinbar durch zahlreiche pyrotechnische Gegenstände in der Nacht noch nicht ganz auf der Höhe waren, hab ich das gekonnt ausgeblendet. Zum Glück rannte der Dritte im Bunde sofort die Treppen runter und klärte die Sache. Während er unten war, stellten wir fest, dass die Schuld eigentlich beim Fahrer lag. Denn dieser wollte uns vor der Abfahrt Bescheid geben. Nun war unser Gewissen so rein, dass wir uns sogar erlauben konnten aus dem Fenster heraus abzusagen und dem Fahrer noch einen Böller hinterherwerfen konnten.
Leider machte sich die Nacht bei den anderen beiden nun doch bemerkbar und so schliefen beide wieder ein und ich konnte mich langweilen. Dann erblickte ich das letzte riesige Stück Pizza und machte mich darüber her, als hätte ich das ganze Jahr noch nichts gegessen.
Beim Aufwachen fiel den anderen sofort auf, dass das Stück Pizza fehlte und ich versuchte ihnen zu erklären, dass durch die Wohnung eine riesige Ratte gelaufen ist. Aus irgendeinem Grund konnten sie dem kein Glauben schenken und ich wurde als Pizzaschmarotzer entlarvt.
Die Wohnung sah gar nicht mal mehr so sauber aus. Daher hinterließen wir den Besitzern ein Sixpack feinstes Sternburg Bier. Draußen war es mitlerweile wieder dunkel und meine Mitfahrerin und ich quälten uns aus der Bude raus zur nächsten Straßenbahnstation. Nachdem wir den Fahrplan gecheckt hatten und bei ihr mitlerweile Zweifel aufkamen den wichtigen Zug um 17.01 Uhr zu schaffen, konnten wir noch ein paar Minuten an der Station chillen. Dabei fiel uns auf, dass gegenüber eine Pizzeria war. Eine Pizzeria mit dem selben Logo wie von der Pizzeria vom Flyer. Wir haben uns also eine Pizza bestellt für die wir gerade einmal 100 Meter hätten laufen müssen. Natürlich wurde auch der Transport bezahlt, was uns beide nicht weiter stören sollte, denn schließlich hatte der Dritte die Rechnung komplett übernommen.
Die Straßenbahn kam pünktlich vorgefahren und die Hoffnung den Zug zu bekommen stieg. Am Doberaner Platz wurde sie allerdings wieder zu nichte gemacht. Da der Fahrer scheinbar keine Lust mehr hatte, wurde er kurzerhand ausgetauscht und die Zeit lief uns weiter davon. Der neue Fahrer musste sich wohl erst noch die Betriebsanleitung für die Bahn durchlesen, denn wir standen ewig am „Dobi“.
Endlich am Hauptbahnhof angekommen guckte ich aus der Straßenbahn auf die Infotafel und freute mich, dass unser Zug noch nicht losgefahren war. Beim Aussteigen allerdings war der Zug dann schon nicht mehr an der Tafel verzeichnet und es war klar, dass wir ihn verpasst haben.
Glücklicherweise fuhr eine Viertelstunde später ein Intercity Richtung Stralsund. Als Entschädigung für mein Bummeln beim Einpacken spendierte ich meiner Mitfahrerin noch ein Eis. Dies hatte allerdings zufolge, dass wir wieder einmal die Zeit vergaßen und feststellten, dass unser Zug gleich losfahren sollte. Kaum hatten wir den Zug betreten, fuhr er auch schon los. Etwas zögerlich suchten wir uns einen Platz und ließen uns von Platzreservierungen und Geld auf den Sitzen verwirren.
Letzlich zog es uns in die letzte Ecke, einmal quer durch den Zug, einmal alle Anzugträger vollstinken.
Die Türen in den Intercityzügen scheinen ziemlich kompliziert zu sein. Eine Frau kämpfte damit sie zu öffnen, hat’s aber irgendwie nicht geschafft durchzugehen wenn die Tür mal geöffnet war. Sobald sie durch die Tür wollte ging sie zu, egal ob auf halbem oder ganzen Wege…mir schien es, als wäre die Frau wohl normalerweise auch eher in einem Regionalexpress anzutreffen. Anders konnte ich mir ihre Schwäche für die Tür nicht erklären. Ein paar Minuten später kam die Schaffnerin rein und meckerte, dass die Tür immer so doll knallt. Das hinderte sie aber auch nicht daran selbst die Tür mit einem lauten Knall zu schließen. Noch ein wenig später wieder ein Knall an der Tür. Doch diesmal ging die Tür nicht auf oder zu, sondern ein Kind hatte sie wohl mit einer Tür aus‘m Einkaufscenter verwechselt und rannte einfach dagegen.
Dafür gibts in diesen Luxuszügen eine Menge zu entdecken. Verstellbare Lehnen, Heizungen, Auslegeware und eine Klimaanlage für die Fenster waren nur einige Dinge, die für mich neu waren. Schließlich verkehren auf der Grimmener Zugstrecke nur klapprige Regionalbahnen für die Unterschicht.
In Stralsund angekommen hatten wir eine Stunde Aufenthalt und verkrochen uns in die Aufwärmstation. Dort wurden wir dann gefragt ob wir „Metal“ sind und erklärten, dass wir „Antifa“ sind. Leider oder zum Glück wusste der junge Mann damit nichts anzufangen und erklärte nun seinerseits, dass er Metal, aber trotzdem nicht rechts ist…
Irgendwann kam dann auch mein Zug, natürlich zu spät. Die Bahn scheint es auf mich abgesehen zu haben. Denn wenn ich mal pünktlich am Bahnhof stehe, kommt kein Zug. Bin ich aber auch nur eine Minute zu spät, sehe ich nur noch die Rücklichter…

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein gutes Jahr und mehr Glück mit der Bahn als ich es habe…

/Moritz