Archiv für Dezember 2011

Wenn ich den Headliner nich kenne, bleib ich zu Hause!

Dieses Wochenende wurde es stürmisch in Grimmen.
Die „Gxtreide AG“ (Name unkenntlich gemacht) gab Platz für ein echtes musikalisches Vorweihnachtsschmankerl.

Eintritt 15€? Das kann doch aber nicht nur „Pommernwind“ (Name geändert) sein!? Angeblich soll die auch bekannte Band „Schleimir“ (Name geändert) spielen!?

Niemand weiß etwas darüber, was da nun genau abgeht. Keine gute Werbung wie ich finde.

Wenn ich nicht weiß, wer der Headliner ist, ist mir das zu viel Geld!

Da bleib ich doch lieber in Greifswald, bei gemütlicher Runde, und einem im Preis-Leistungsverhältnis guten „FeineXXXXXFischfilet“ (Name unkenntlich gemacht) Konzert.

Ich hoffe ihr hattet einen guten WeihnachtsmaXXX ( Name von der Redax geändert )

Grüße eines Exil-Umland-Grimmners
In diesem Sinne eine besinnliche Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

MAX

„Antwort: Keiner!“

Der Sturm, der durch unseren Blog aufkam, produzierte etliches Munkeln, welcher politischen Richtung dieser zugeordnet werden soll.

Antwort: Keiner!

Dieser Blog verfolgt nicht die Absicht, in irgendeiner Weise das politische Stimmungsbild zu beeinflussen oder Senf dazu zu geben.

Wir distanzieren uns von gar nichts und stehen auch zu niemanden!

Außer von:

Aiman Abdallah
Florian Silbereisen
Hunden
Rassisten
Sexisten
Homophoben Arschlöchern

Aber wir mögen Schafe, Katzen und am meisten süße kleine weiche weiße Robbenbabys.

/Max

Gastbeitrag: Exilant in der Heimat oder Heimatloser im Exil?

23.12. 12.30 Uhr

Ein Koffer wird gepackt, da die Familie den weihnachtlichen Besuch für eine Selbstverständlichkeit hält. Es wird also nach Grimmen gehen.
Vorzeichen: Ein Todesfall auf der einen Seite der Familie – eine schwerkranke und zunehmend geistig abbauende Großmutter auf der anderen.

23.12. 16.30 Uhr

Eine Freundin nimmt mich per Automobil mit nach Grimmen. (Merci dafür!)
Ortseingang passiert – „Frei, sozial, national“ „grüßt“ es von einer Wand und ich ahne in diesem Zusammenhang auch, dass „ANG“ hier wohl kaum für „ANGry Antifa“ stehen wird.

23.12. 20.45 Uhr

Es geht für den Abend erstmal weiter nach Greifswald, um einen Freund zu besuchen. Auf dem Weg dahin noch ein Stopp in einem Grimmener Supermarkt. Wie sich dort in der Bierabteilung zeigt, scheint auch schon der örtliche Bürgermeister einen ebenso bürgermeisterlichen Durst zu haben. Anstoßen würde man mit ihm aber kaum…

24.12. 00.00 Uhr

Die Sache in Greifswald entpuppt sich als handfeste WG-Party. Die Mitbewohnerin eines Kumpels feiert kräftigst in ihren Geburtstag herein. Man sagte mir, dass bereits seit 15 Uhr getrunken werde. Auf sympathische Weise sieht man es ihnen auch an: Ich wecke das Geburtstagskind um Mitternacht zur Gratulation.

24.12. 03.00 Uhr

Grimmen. Bett. Letzte Bilder in meinem Gedächtnis: Einer Freundin beim Kotzen die Haare halten – Auf der Rückfahrt die Titel einer ehemaligen Grimmener Punk-Kapelle mitgröhlen.
“Ein Bier, ein Schnaps und ein Gefühl!“

24.12. 16.30 Uhr

Kaffeekranz bei Tante und Onkel. Meine Tante schenkt uns Eierlikör ein. Meine Großmutter nickt derweil im Sessel immer mal wieder weg. Die Szenerie wirkt doch fast besinnlich.

24.12. 22.45 Uhr

Das alljährliche Heiligabendbier mit Freunden scheint auszufallen. Diese bleiben lieber bei ihren Familien beziehungsweise sind dieses Jahr gar nicht erst nach Grimmen gereist.

24.12. 23.45 Uhr

Doch noch ein Besuch bei einem alten Freund. Ich habe ihn über ein Jahr nicht gesehen. Er verließ Grimmen in dieser Zeit fast nie – Mich verschlug es nur noch selten her.
Die Entfremdung ist deutlich. Ich erkläre ihm was ein Gender Gap ist und erzähle etwas zum Genozid an den Herero. Meine ungewollte Oberlehrer-Art kotzt mich mit jeder weiteren Vodka-Mische mehr an.

25.12. 15.30 Uhr

Besuch bei Großmutter A – Bin vorrangig damit beschäftigt sie anzubrüllen. Manche Menschen empfinden offenkundig ein Hörgerät mehr als Kränkung, denn als Hilfe…

25.12. 17.00 Uhr

Besuch bei Großmutter B – Irgendwas mit „Wird schon wieder irgendwie bergauf gehen“.

25.12. 20.30 Uhr

Ich ziehe kurz in Erwägung den alljährlichen Weihnachtstanz im „Treffpunkt“ zu besuchen. Lasse schnell wieder von der Idee ab – aus Gründen.
Für die einen Tanzveranstaltung, für die anderen Kulturpessimismus.

25.12. 21.15 Uhr

Bahnhof Grimmen, an Gleis 1. Auf dem Weg hierher traf ich noch kurz meine Cousine. Während ich meinen Koffer durch’s Plattenviertel zog, zog sie los zum Weihnachtstanz.
Im Wartehäuschen klebe ich noch ein paar Sticker – vielleicht um mein Gewissen zu beruhigen. Der letzte Zug wird mich nun gleich wieder zurück in die „große“ Stadt bringen – früher als geplant – alles mehr Flucht als Abschied….

„Ups…übersehn!“

Irgendwann muss jeder einmal für eine Weile dem Hinterland entfliehen. Mich zog es daher wieder mal in die schöne Hansestadt Greifswald, fernab von Hühnern und Schafen. Um dorthin zu gelangen, entschied ich mich für den Bus…
Wenn man in Grimmen auf ein öffentliches Verkehrsmittel warten muss, gibt es einen ganz netten Zeitvertreib. Nämlich das Unkenntlichmachen von faschistischen Aufklebern. Auch diesmal half mir dies beim Warten… Ein paar Aufkleber später kam dann auch schon der Bus vorgefahren. Wie immer ein großer Bus, wie immer war ich einziger Fahrgast. Doch etwas war anders. Beim Einsteigen fiel mir auf, dass diesmal kein eingestaubter Busfahrer am Lenkrad saß, sondern eine quietsch-lebendige Busfahrerin. Schon beim Abkassieren verwendete sie ungefähr zwanzigmal so viele Wörter wie ihre KollegenInnen.
Nachdem es mit der üblichen Verspätung von fünf Minuten losging fragte sie mich dann quer durch den Bus, ob es mir recht sei, wenn sie das Licht ausmachen würde. Ich hab ihr sofort die Erlaubnis dazu erteilt, doch das reichte ihr noch nicht. Nun erklärte sie mir in verschiedenen Version, dass sie nichts sieht, wenn das Innenlicht an ist und es draußen regnet. Als ich mich gerade fragte wieso sie denn das Licht bei der Fahrt an hatte, als niemand drin saß, wurde mein Gedankengang sofort von ihrem Gelächter unterbrochen. Dem Gelächter folgte dann ein „Da ist ja noch so eine nasse Katze„-Schrei. Mit der nassen Katze war ein Mann gemeint, der an der nächsten Bushaltestelle im Regen stand. Beim Anhalten hatte sie dann schon den nächsten Spitznamen für ihn. „Ohhhhhhh…der Weihnachtsmann!“. Den Namen bekam er wohl aufgrund seiner zwei Einkaufstüten. Beim Einsteigen in den Bus schallte ihm dann aus ca. einem Meter Entfernung „Ohhhh lieber Weihnachtsmann. Danke dass du mir so viele Geschenke mitgebracht hast. Das wäre doch gar nicht nötig gewesen!“ entgegen. Sichtlich verdutzt suchte er sich dann einen Platz im Bus.
Ein paar hundert Meter weiter an einer Kreuzung dann der nächste Aufschrei. „Ups…übersehen! Hahahahahaha!“. Wen oder was sie dort übersehen hat ist mir schleierhaft, aber es sorgte doch für einen kleinen nervösen Moment!
Nachdem wir uns dann unfallfrei aus Grimmen raus gekämpft hatten, kam irgendwann eine rote Ampel. 100 Meter vor der Ampel fing die agile Frau dann an zu schreien „Grün! Grün! Grün! Grün! Grün! Grün! Grün! Grün! Grün! Grün! Grün! Grün! Grün! Grün!“. Nur leider hat all das Schreien nichts genutzt. Die Ampel weigerte sich schlichtweg auf Grün umzuschalten, worüber sich die Busfahrerin doch ziemlich beklagte.
Irgendwann kamen wir nach einer recht zügigen Fahrt dann doch pünktlich in Greifswald an. Die Fahrerin war die ganze Busfahrt über glücklich, nur über die Ampeln nicht und ich fragte mich woher sie ihre Freude nahm. Beim Aussteigen gab es für mich dann nur zwei Möglichkeiten. Entweder sie hat den Bus geklaut oder sie hat einfach nur einen getrunken…

/Moritz

Intelligenzduell mit einem Schaf

„Es gibt keine dümmeren Tiere als Schafe!“. So etwas in der Art wurde mir im Bio-Unterricht beigebracht. Blöd nur, dass unsere Schafe den Bio-Unterricht geschwänzt haben…
Winter! Es wird kälter, die Tage kürzer, das Wachstum der Pflanzen stellt sich ein. Heißt also weniger frisches Futter für die kleine Schafherde. Daher wurde kurzerhand eine ordentliche Fuhre Heu rangekarrt. Die musste aber auch auf den Heuboden. Hm…das ist dann wohl mein Part. Schafe schnell zum Weiden auf ne Wiese „geparkt“ und die Leiter zum Heuboden angelehnt. Los geht’s. Heu abladen, Heu aufgabeln, Heu nach oben bringen. Ein ziemlich langweiliges Hin und Her. Irgendwann fiel mir auf, dass alle Schafe fleißig grasten, bis auf eine Schafdame! Sie hielt einfach nur den Kopf zum Boden und glotze mich aus den Augenwinkeln an. Einbildung? Wahrscheinlich…
Das ganze Hin und Her hat mich dann doch ziemlich durstig gemacht, also legte ich eine Pause ein. Dabei fiel mir auf, dass die Schafdame dies doch recht erregt zur Kenntnis nahm. Je weiter ich vom Schafstall weggegangen bin, umso höher ihr Kopf. Als sie mich schließlich nicht mehr sehen konnte, rannte sie wie bekloppt Richtung Heu. Jedoch kam sie nicht weit, denn ich wollte mich nicht von einem Schaf verarschen lassen. Ich ging wieder in ihr Sichtfeld und ihr Kopf neigte sich wieder alibimäßig zum Gras hin. Wieder raus aus dem Sichtfeld…Schaf rennt los…wieder in dem Sichtfeld…Schaf starrt wieder den Fußboden an…Irgendwann hatte ich das Spielchen jedoch satt und verschwand für eine Weile aus ihrem Blickfeld und in meine wohlverdiente Pause.
Nach der Pause sehe ich dann mein Lieblingsschaf an dem Gatter stehen, welches sie von einem Hänger voll mit Heu trennte. Sobald sie mich wieder bemerkt hatte, gings nun wieder los in die andere Richtung.
„Schnell wieder so tun, als ob man fleißig beim Weiden ist. Da hab ich den Menschen ja fein verarscht!“ Irgendwie so etwas in der Art hat sie sicher gedacht…

/Moritz