Spitzenjournalismus aus der Provinz!

Hier ist es ziemlich ruhig geworden bei Grimmen tötet. Langeweile, nichts zu tun.

Doch man möchte man meinen, einen Lichtblick am Himmel zu sehen:

proreflexion

Die Seite verspricht packende Storys, markerschütternde Dramen und eine gute Portion Provinz.

MAX

Vorsicht vor alten Frauen!

Es ist nun schon ein Weilchen her seit mir folgendes passiert ist. Doch dieses Ereignis hat mein Leben verändert, denn es zieht sich seitdem wie ein roter Faden durch meinen Alltag…
Vor nun fast genau drei Jahren zog es ein paar Freunde und mich mal wieder auf den Zeltplatz nach Altefähr, um die Zeit zwischen schriftlichen und mündlichen Prüfungen zu überbrücken. Von morgens (oder eher mittags) bis zum Morgengrauen in der Gruppe sitzen und geistreichen, durch Alkohol beeinflusste, Ergüssen über sich ergehen lassen. Klar dass das einem irgendwann auch mal zu viel wird. Ich klinkte mich aus der Gruppe aus und zog es vor mich ans Wasser zu setzen und zu starren. Nach stundenlangen Gestarre hatte ich aber auch davon die Nase voll und zog es vor, einen Spaziergang entlang der Küste in Richtung Ortsmitte.
Während ich dann am Strand meine Runden drehte, bildeten sich am Himmel düstere Regenwolken. Doch das war zu dem Zeitpunkt scheinbar nicht das einzige was sich bildete. Hinter mir schien eine Frau fortgeschrittenen Alters ebenfalls etwas zu bilden, nämlich Interesse an mir. Hatte ich erst noch gut 20 Meter Vorsprung, so schmolz dieser bedrohlich zusammen bis sie mich dann endlich eingeholt hatte. Verzweifelt hatte ich versucht mein Schritttempo zu erhöhen, doch es war vergebens. Um ihr zu entkommen hätte ich los sprinten müssen.
Die Frau, ich schätze sie so um die 55, kam unter ihrem Regenschirm hervorgekrochen und begrüßte mich mit den Worten „Regnet’s noch?“. Nun war ich also gefangen. Gefangen in einem Gespräch. Mitten am Strand, ganz alleine. Kein Haus weit und breit.
Sie füttert mich mit Informationen, wie das sie eigentlich gar nicht von hier ist. Die Dame kommt aus dem Süden der Republik und ist nur geschäftlich ein paar Tage hier.
Während sie mir das erzählt, erblicke ich die Stadt und bin voller Hoffnung dem Gespräch bald entfliehen zu können. Auf den letzten Metern erklärt sie mir noch, dass sie aufgrund ihrer Jacke für eine Segellehrerin gehalten wird. Am Hotel angekommen zeigt sie mir wo ihr Schlafzimmer liegt und das sie gezwungen ist, die meiste Zeit dort zu verbringen. Ich beende höflich das Gespräch und mache mich wieder auf den Weg zum Zeltplatz. Es hatte mittlerweile so doll angefangen zu regnen, dass ich mein T-Shirt unterwegs auszog, damit es nicht nass werden konnte.
Auf dem Zeltplatz wartete man schon auf mich und meine Begründung, wo ich die letzten Stunden gewesen sei. „Mir hat ’ne alte Frau ihr Schlafzimmer gezeigt!“ wäre wohl so ziemlich das blödeste gewesen, was ich hätte sagen können. Aber nein. Ich habe es nicht nur gesagt. Ich befriedigte die Neugier der Runde mit einer Kombination aus dieser dummen Antwort und meinem freien Oberkörper. So war gleichsam vorprogrammiert, dass diese Aussage so nur falsch verstanden werden konnte. Mit der gesamten Geschichte versuchte ich dann alles runter zuspielen, doch für meine FreundInnen war dies ungefähr ein Vier-Teile-Puzzle. Alte, unbekannte Frau, „Segellehrerin“, Schlafzimmer, nur noch ein paar Tage hier,…
Auch nach all den Jahren mag ich es noch nicht so recht glauben, doch außer mir zweifelt ja doch niemand mehr an mir und dem „Mythos der alten Frauen“…

…und noch etwas in eigener Sache! Da es Zeit und Umstände möglich und die Höflichkeit es nötig machen- ich wünsche Euch einen guten Rutsch mit viel Pyrotechnik und wenig Stress, sowie ein wundertolles Jahr 2013! Ich liebe Euch! :*

Das hat mit Fuszball nichts zu tun!

Es ist soweit! Das lange Warten hat ein Ende. Endlich steht wieder ein großes, internationales Fußballturnier auf dem Plan. Diesmal macht der EM-Zirkus in Polen und der Ukraine halt…
Der Fußball zeigt seine positiven Seiten. Bunt geschminkte Kinder, in Nationalfarben gefärbte Haare und eine einheitliche Kurve. Partystimmung ist angesagt! Vergessen die Rivalitäten zwischen Gladbach und Köln, Schalke und Dortmund oder Dresden und Rostock. Vergessen der ultrabrutale Platzsturm in Düsseldorf. Vergessen ob man sich überhaupt für Fußball interessiert.
Wenn Prinz Poldi stürmt ist alles andere sekundär. Sollte der Sturm sich allerdings als laues Lüftchen entpuppen, gibts in Deutschland plötzlich nahezu 80 Millionen Fußballexperten, die wissen wie Herr Löw hätte aufstellen sollen und sowieso der Meinung sind, dass sogar sie selbst die dicke Chance von gestern Abend genutzt hätten. Doch leider haben sie sich beim Montieren der Deutschlandfahne den Finger im Auto eingeklemmt und mussten der DFB-Elf absagen. Macht nix! Fußball lässt sich immer noch am besten aus dem Sessel sehen.
…und für die, die sogar den weiten Weg nach Polen/Ukraine auf sich genommen haben wird bestens gesorgt! Schon im Vorfeld hat man massenweise Straßenhunde sachgerecht entsorgt oder Studentenheime leergeräumt. Schließlich sollen sich die Gäste wie zu Hause fühlen. Dabei kann es schon mal zur Nebensache werden, dass jene die dort wirklich Zuhause sind, auf einmal ohne Wohnung dastehen. Wichtiger ist das Geld, das die Fußballtouristen mitbringen.
Doch es muss ja nicht der Fernseher oder gar das Stadion sein. Zum Glück gibt’s auch hier im Lande Stadionfeeling! Wer seinem Nationalstolz Ausdruck verleihen will, geht zum Public Viewing. Stundenlanges Stehen mit tausenden Gleichgesinnten, Fahneschwenken und lautes Deutschland-Singsang. Wer nicht mitmacht ist kein Deutscher…
Auch auf die Gefahr hin, dass mir wieder einmal vorgeworfen wird, ich sei kein „echter Deutscher“– hoffentlich ist der Spuk schnellstmöglich zu Ende. Hoffentlich verschwinden sämtliche, nationale Fanuntensilien. Hoffentlich hat die deutsche Nationalmannschaft, dann endlich Zeit auch mal mit dem gesamten Team nach Auschwitz zu fahren, um den Opfern zu gedenken und nicht nur wieder wie schon geschehen mit fünf Ausgewählten…

/Moritz

Extrem_ist_in

Am Samstag versammelten sich über 10000 Menschen in Dresden um ihren Unmut über sächsische Verhältnisse und Nazis zu äußern. Auch dabei waren, wie auch Montag schon, Busbesatzungen von der Küste. So hieß es bereits das zweite Mal Sachsen dieses Jahr für mich…
In der Nacht von Freitag zu Samstag versammelten sich AntifaschistInnen aus Mecklenburg-Vorpommern um gemeinsam in die Busse einzusteigen. Einer hatte schon bei der Abfahrt einige Minuten Verspätung, was angeblich an der Orientierungslosigkeit des Busfahrers lag. Doch das war nicht sein einziges Problem. Wie sich bei der Fahrt zeigte, war der Fahrer scheinbar professioneller Skateboarder! Denn anders ist seine Liebe zur Bordsteinkante nicht zu erklären. Ebenfalls dafür spricht die doch recht skateboardähnliche Art der Beschleunigung, welche man schubweise zu spüren bekam. Im Laufe der Fahrt steuerten wir noch ein paar Haltestationen an, um die letzten leeren Plätze im Bus dann noch zu füllen.
In Dresden angekommen machte sich der Mob aus Mecklenburg-Vorpommern auf den Weg zur Demo, die eigentlich um 11 Uhr beginnen sollte. Doch dann verbreitete sich die Nachricht, dass die Demo nun doch erst um 13 Uhr beginnen sollte und man noch ewig Zeit hatte. Aus diesem Grund entschlossen wir uns dazu einem naheliegenden Supermarkt noch einen Besuch abzustatten. Dort hat sich wunderbar gezeigt, dass wir nur Kunden waren, die ihr Geld dort lassen sollten und ansonsten nicht erwünscht sind. Hatte man uns erst noch in den Markt hineingelassen, wurden wir sofort nach dem Kauf wieder rausgeschmissen und mussten unsere Gruppe trennen, denn es war uns nicht erlaubt eine Minuten auf den Rest zu warten. Die Kaufkraft entscheidet wohl wer wie lange warten darf… Jedoch gaben wir uns noch nicht ganz geschlagen und warteten auf die anderen vor der Drehtür, welche wir mal auf Maximalbelastung testen wollten. Ergebnis war das gut 15-20 Personen in ein Abteil passen ohne das die Tür blockierte. Nun befanden wir uns also auf dem Vorplatz der Kaufhalle und nahmen provisorische Sitzgelegenheiten in Anspruch. Doch auch hier dauerte es keine Minute bis wir wieder einmal des Platzes verwiesen wurden. Nicht das wir irgendwie den Eingang blockiert, rumgesaut oder abschreckend ausgesehen haben. Nein, wir waren einfach nicht erwünscht. Zum Glück erwies sich die Treppe vom Casino gegenüber sowieso als besserer Platz und so erhaschten wir die ersten wärmenden Sonnenstrahlen in diesem Jahr. Dumm nur, das es zu gemütlich war und wir glatt den Demobeginn verchillten. Dieser wurde nämlich jetzt doch auf 12 Uhr verlegt und wir mussten uns im Nachhinein erstmal irgendwo einordnen.
Der bunte Demonstrationszug zog sich dann ca. 4 Stunden vom Hauptbahnhof, vorbei am Rathaus und Innenministerium bis zum Jugendhaus „Roter Baum“. Für das Innenministerium gabs sogar noch ein paar ironische Preise, unter anderem so etwas wie „Die goldene Scheiße“. Während der Demo wurde uns mitgeteilt, dass ca. 12000-20000 Menschen den Arsch hochbekommen hatten. Zu lesen ist aber nun doch „nur“ noch 10000.
Nachdem die Demo aufgelöst wurde, zog es uns zum Neustädter Bahnhof, wo der scheinbar letzte Supermarkt in der Nähe von der Demonstrationsroute noch geöffnet hatte. Allerdings gabs dort reichlich Freigetränke und so wurde auch dieser rasch geschlossen. Vorm Supermarkt wollten uns die Einheimischen scheinbar nicht haben. Ein „Rostock- sympathisch antifaschistisch“-Aufkleber hielt keine Minute und wurden vom Straßenfeger als Fischköppe bezeichnet. Jedoch entstand letzteres in einem nicht wirklich ernst gemeinten Zusammenhang. Positiv zu bemerken war die uns zur Verfügung gestellte Sitzgelegenheit. Eine Streuguttonne hält gut 4-5 Personen aus und ist dazu noch äußerst bequem.
Nach über eine Stunde Sitzen hatte ich kein Bock mehr und bin noch ein wenig spazieren gegangen und machte mich mit dem Umfeld des Neustädter Bahnhofs bekannt. Nicht sehr schick…
Halb sieben versammelte sich der Mob aus MV und ging geschlossen zu den Bussen. Nachdem wir zweimal an roten Ampeln hielten kam die Ansage, dass wir doch ein großer Mob seien und die Straßenverkehrsordnung doch bitte ignorieren sollten. Gesagt getan…halt alles Rowdys.
Der Busfahrer glänzte mal wieder mit Unpünktlichkeit und so saßen wir wieder fast eine Stunde im dunklen Dresden rum, während ganze Buskonvois an uns vorbeifuhren. Jene wurden immerhin von unserer Seite mit viel Gewinke verabschiedet.
Die Rückfahrt verlief (leider) viel zu ruhig. Wenn ich da an eine Tour nach Regensburg denke, war das diesmal nur eine Kaffeefahrt…lag aber auch vielleicht an der doch recht langen Route und dem ständigen Bösegucken.
Den krönenden Abschluss setzte dann aber wieder unser Busfahrer. Scheinbar sind wir ihm ans Herz gewachsen und so wollte er in Vorpommern noch ein Gruppenfoto machen. Nur doof, dass er uns vorher nicht geweckt hat, nicht alle mit drauf bekommen hat und selbst wahrscheinlich am dümmsten geguckt hat. Denn der Fotoapparat stellte sich als Blitzer heraus…
In diesem Sinn…SHRIMPS MIT REIS!!!

Ein Gruß geht auf diesem Wege an meine Bruchpilotin raus…

/Moritz

Huch.. Mupinfo wieder!

„Da war doch mal was mit der Ostseezeitung“ – Dachte ich mir, als ich bei überdurchschnittlich vielen „Beiträgen“ die OZ als Quelle sah.

Kurz die Suchfunktion benutzt und Taaadaaaaa :

http://www.mupinfo.de/?p=14544

In dem Beitrag heißt es unter anderem:

Aber ganz unter uns: Ist tatsächlich jemand auf die systemkonforme Desinformation angewiesen?

Ich konnte mir das Schmunzeln nicht verkneifen

Die Antwort wäre ganz klar: JA! MUPINFO höchstpersönlich.

In diesem Sinne: Danke MUPPIS, dass ihr es schafft, trotz Eiseskälte, die Lacher immer auf eurer Seite zu haben.

Gruß und Kuss

/MAX